Kurze Zusammenfassung
Stimmlose / stimmhafte Paare: p-b, t-d, k-g, f-v, s-z
p, t, k OHNE Behauchung (kein Hauch, kein Luftstoß)
⭐ T vor i/e → [tʃ] "tsch": tia [ˈtʃia], leite [ˈlej tʃi]
⭐ D vor i/e → [dʒ] "dsch": dia [ˈdʒia], cidade [siˈdadʒi]
S zwischen Vokalen → [z]: casa [ˈkaza]; Z ist immer [z]
C und G werden weich vor e/i, ch/x/j kommen in der nächsten Lektion
H ist stumm; finales -r und -l werden im Sprechen oft abgeschwächt
Warum ist das wichtig?
Diese zwei Eigenheiten - das unbehauchte p/t/k und das 'tsch/dsch' vor i - sind sofortige Akzentverräter. Sag tia (Tante) mit einem harten, gehauchten 't' wie im Deutschen, und jeder Brasilianer wird dich als Ausländer erkennen; triffst du das [ˈtʃia] genau, klingt sogar 'bom djia' wie ein Einheimischer. Lernst du diese eine Regel, hast du einen riesigen Teil des brasilianischen Klangs entschlüsselt.
Vertiefung
Die meisten dieser Konsonanten werden sich vertraut anfühlen - aber zwei brasilianische Eigenheiten werden dich stolpern lassen, wenn dich niemand warnt. Erstens: p, t und k werden NICHT behaucht. Anders als im Deutschen, wo Tag, Park und Kind einen deutlichen Luftstoß haben, bleiben sie im Brasilianischen trocken und knackig - wie im Spanischen oder Französischen. Kein Hauch! Zweitens - der Star der Show - t und d werden vor einem 'i'-Laut weich und werden zu 'tsch' und 'dsch'. Diese eine Regel macht den größten Teil des brasilianischen Klangs aus.
Die fünf stimmlosen/stimmhaften Paare
| Stimmlos | Stimmhaft | Achtung: ... |
|---|---|---|
| P | B | P OHNE Behauchung (pato, bola) |
| T | D | beide werden zu 'tsch / dsch' vor i/e ↓ |
| C/QU [k] | G [g] | ebenfalls kein Hauch (casa, gato) |
| F | V | klares f und echtes [v] wie Wein (faca, vaca) |
| S | Z | S zwischen Vokalen klingt wie Z ↓ |
Beispiele
Das 'tsch/dsch' überall
'Bom dia!' [bõ ˈdʒia] (Guten Morgen!)
'Boa noite' [ˈboa ˈnoj tʃi] (Gute Nacht)
'Cidade grande' [siˈdadʒi] (große Stadt)
'Pode me ajudar?' [ˈpɔdʒi] (Kannst du mir helfen?)
'Sete, oito, dez' [ˈsɛtʃi] (sieben, acht, zehn)
S zwischen Vokalen = [z]
'Casa' [ˈkaza] (Haus) · 'Mesa' [ˈmeza] (Tisch)
'Fazer' [faˈzeʁ] (tun/machen) · 'Zero' [ˈzɛɾu]
Knackige, unbehauchte P / T / K
Häufige Ausnahmen
Fremdwörter behalten ihr T/D knackig
Die tsch/dsch-Regel überspringt viele Entlehnungen:
'Internet,' 'Twitter,' 'WhatsApp' - das t bleibt ein normales t
'Donald' - das d wird nicht zu 'dsch'
Manche Regionen weichen gar nicht ab
Das tsch/dsch ist fast universal - aber in Teilen des Südens (Rio Grande do Sul) und des Nordostens (Pernambuco) behalten viele Sprecher ein klares ti und di. Beides ist einwandfreies Brasilianisch.
Finales R und L werden weich
Wortfinales -r wird im Sprechen oft weggelassen: falar -> 'falá,' comer -> 'comê'
Wortfinales -l wird zum 'w': Brasil -> 'Braziu,' fácil -> 'fáciu'
Wissenswertes
Dieses typisch brasilianische tchi/dji - das tia zu 'tschia' und dia zu 'djia' macht - hat eine umstrittene Vergangenheit. Gelehrte streiten noch heute, ob es ein Überbleibsel des mittelalterlichen Portugiesisch ist oder ein Geschenk der brasilianischen indigenen língua geral, das von den bandeirante-Entdeckern ins Landesinnere getragen wurde. So oder so ist es nicht universal: In einigen Gebieten des Südens und Nordostens sprechen Menschen noch immer ein klares, unabgeschwächtes ti und di.
Quellen: Ciberdúvidas da Língua Portuguesa, Atlas Linguístico do Brasil (ALiB)
Externe Ressourcen
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