Kurze Zusammenfassung
Não dá = das geht nicht. Dieselbe unpersönliche Bewegung wie bei dir, dieselbe sanfte Absage — die Umstände sind schuld, nicht die Person. Aber Vorsicht: Dein es gibt ist nicht dar, sondern ter/haver. Merksatz: es geht → dá, es gibt → tem/há.
dá para + Infinitiv = unpersönliche Möglichkeit, ganz ohne Subjekt — Dá para ver? (Kann man das sehen? / Geht das zu sehen?)
dar certo / dar errado = klappen / schiefgehen — Deu certo! (Hat geklappt!)
dar um jeito = eine Lösung finden, etwas hinkriegen — A gente dá um jeito. (Wir kriegen das schon hin.)
dar + vontade / fome / sono / medo = ein Zustand kommt über dich — Deu vontade de comer pizza. (Ich hatte plötzlich Lust auf Pizza.) Wo du machen sagst, sagt Brasilien dar.
Ebenfalls alltäglich: dar uma olhada (einen Blick werfen), dar de cara com (über den Weg laufen), dar conta de (schaffen, bewältigen).
Nichts davon ist Slang. Das ist Standard-Brasilianisch, vom Gerichtssaal bis zum Strand — nur die Schriftform dá para ändert sich in sorgfältigen Texten.
Warum ist das wichtig?
Dá para und não dá durchziehen das brasilianische Gespräch so, wie es geht und das geht nicht deins durchziehen — und du bist ihnen in dieser App längst in Beispielsätzen begegnet, ohne dass jemand sie benannt hätte. Lern die Familie, und zwei Dinge passieren. Du hörst dar nicht mehr als „geben“ und verlierst den Faden nicht mehr: Ein Satz wie Deu vontade de sair hört auf, ein Rätsel zu sein. Und du bekommst die brasilianische Art, höflich abzusagen, einen Versuch zuzusagen und jemanden zu beruhigen — bei einer Wendung, deren Bauprinzip du schon besitzt. Dazu kommt eine Falle, die nur dich betrifft: Dein es gibt sieht aus wie ein dar, und ist keins.
Vertiefung
1. Dá para — das unpersönliche „man kann“
Der bequemste Einstieg in diese ganze Familie ist dein eigenes es geht. Setz dar in die dritte Person Singular, häng para und einen Infinitiv an, und du hast einen Satz ganz ohne Subjekt. Er sagt nicht, wer es kann; er sagt, dass die Umstände es zulassen — genau die Bewegung, die dein es geht und dein man kann machen:
Dá para ver o mar daqui. (Von hier aus kann man das Meer sehen.)
Dá para fazer isso hoje? (Geht das heute noch?)
Dá para você me ajudar um minuto? (Kannst du mir kurz helfen?)
Weil sich nichts nach nichts richtet, änderst du nur die Zeitform von dar:
| Form | Beispiel | Bedeutung |
|---|
Beispiele
Beispiele im Kontext
| Portugiesisch | Bedeutung |
|---|---|
| Dá para pagar com cartão? | Kann man mit Karte zahlen? |
| Não deu para dormir com esse calor. | Bei dieser Hitze war an Schlaf nicht zu denken. |
| Não deu certo, mas a gente tenta de novo. | Hat nicht geklappt, aber wir versuchen es nochmal. |
| Deu certo a entrevista de ontem? | Ist das Gespräch gestern gut gelaufen? |
| Relaxa, vai dar tudo certo. | Entspann dich, das wird schon alles. |
| A gente dá um jeito nisso amanhã de manhã. | Wir kriegen das morgen früh hin. |
| Esse barulho me dá dor de cabeça. | Von diesem Lärm bekomme ich Kopfschmerzen. |
| Deu vontade de tomar um açaí agora. | Ich habe gerade richtig Lust auf ein Açaí bekommen. |
Häufige Ausnahmen
Häufige Fehler
Es gibt mit dar übersetzen. Dein geben im es gibt führt dich direkt in die Falle: ❌ Dá um problema → ✅ Tem um problema. / Há um problema. (Es gibt ein Problem.) Merksatz: es geht → dá, es gibt → tem/há.
Dá para ein persönliches Subjekt geben. Die Konstruktion hat keins — so wenig wie dein es geht: nicht Eu dou para ir, sondern Dá para eu ir (Ich kann gehen, es lässt sich einrichten) oder einfach Eu posso ir. (Ich kann gehen.) Für die eigene Fähigkeit steht ohnehin conseguir, dorthin, wo dein ich schaffe es zeigt: Eu consigo ver daqui. (Von hier aus kann ich es sehen.)
Dar certo an Geräte hängen. Ein Plan klappt, ein Gerät funktioniert — dein funktionieren deckt beides ab, dieses hier nicht: nicht O celular não deu certo, sondern O celular não funciona. (Das Handy geht nicht.) Dagegen ist O plano não deu certo (Der Plan hat nicht geklappt) genau richtig.
Sich selbst zum Subjekt der Zustandswendungen machen. Das Gefühl gibt, du bekommst: nicht Eu dou vontade de comer, sondern Me deu vontade de comer. (Ich hatte plötzlich Lust zu essen.)
Die Wendungen Wort für Wort übersetzen. Dar de cara com (über den Weg laufen) hat nichts mit Gesichtern zu tun, und dar em nada (zu nichts führen) nichts mit Geben. Nimm jede Wendung als Ganzes, so wie du dar um jeito (etwas hinkriegen) als Ganzes genommen hast.
Den Akzent auf dá verlieren. Dá ist das Verb, da ist de + a. Der Akzent macht den ganzen Unterschied — ein Zeichen, das dein Deutsch nicht kennt: Dá para a Ana? (Geht das für Ana?) gegen o carro da Ana (Anas Auto).
Dá pra in eine geschäftliche E-Mail tippen. Die gesprochene Form passt perfekt in eine Nachricht an Freunde und gar nicht in professionelle Texte — dort schreibst du volles dá para (es ist möglich, zu …) oder besser gleich é possível (es ist möglich).
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